Linearkugellager

Wälzlager für lineare Bewegungen mit einem axialen Kugelumlauf.
Ausführungen: Standard, Super (mit Winkelfehlerausgleich) und Premium.

Wälzlager für lineare Bewegungen

Linearkugellager werden meist mit Lineargehäusen eingesetzt und ermöglichen so eine lineare Bewegung entlang einer Welle.
Die Kugeln werden durch geschlossene Umlaufbahnen im ständigen Kreislauf in die Lastzone geführt. Dadurch wird der kreisförmige Lauf der Kugeln im Linearkugellager in eine Linearbewegung übersetzt. Sie sind somit spezielle Kugellager mit einem axialen Kugelumlauf.

Fertigungsarten

Linearkugellager bestehen aus Kugeln, einem Polymerkäfig und haben meist einen Stahlmantel oder einen Kunststoffmantel mit stählernen Laufbahnplatten.

Standard-Linearkugellager

Standardkugellager ohne Winkelfehlerausgleich

Superkugellager

mit Laufbahnplatten zum Winkelfehlerausgleich
Radialluft ist einstellbar

Premium Linearkugellager TK

ist eine besondere Ausführung der Linearkugellager
Radialluft ist einstellbar

Linearkugellager mit Flansch

zum direkten Einbau in der Konstruktion ohne Lineargehäuse. Einfach einschieben und anschrauben.

Eigenschaften

Traglast
Die zulässige Traglast eines Linearkugellagers hängt von der Anzahl tragender Kugelreihen und der entsprechenden Umgebungskonstruktion ab.

Betriebstemperatur
Die zulässige Betriebstemperatur für Linearkugellager liegt in der Regel zwischen -20°C und +80°C.

Wartungsfreiheit
Linearkugellager sind für viele Anwendungen wartungsfrei. Sie werden grundbefettet und ein weiteres Fetten ist nicht mehr notwendig.

Laufgeschwindigkeit und Beschleunigung
Geschwindigkeit: bis zu 5 m/s
Beschleunigung: bis zu 100 m/s2

Funktionsweise

Linearkugellager sind Wälzlager für Längsbewegungen, bei denen die Kugel durch geschlossene Umlaufbahnen im ständigen Kreislauf in die Lastzone zurückgeführt werden.

Die Lastzone ist der Bereich, in dem die Kugeln Kontakt mit der Welle haben. Diese innere Kugelreihe wird folglich belastet. Im Kreislauf werden dann die Kugeln unbelastet entgegengesetzt zur Lagerbewegung wieder zurückgeführt. Die Last wird somit über die tragende Kugelreihe getragen und bei Bewegung auf der Welle abgewälzt. Ziel ist hierbei eine möglichst geringe Reibung, die durch den Punktkontakt der Kugeln mit der Welle realisiert wird.

Zweck der Lager ist die reibungsarme Führung der translatorischen Bewegung eines Maschinenelements auf einer Präzisionsführungswelle. Bei Kugelhülsen ohne Hubbegrenzung besteht zwischen den tragenden Kugeln des Lagers und der Welle ein Punktkontakt.

Offen oder geschlossen

Die geschlossene Ausführung ist der Standard und ist für frei hängende Wellen geeignet. Meist mit Wellenböcken montiert.

Die offene Ausführung ist für Tragschienen (Wellen mit Wellenunterstützung) geeignet.

Radialluft einstellbar

Es gibt Gehäuse, bei denen mit einer Schraube der Innenraum verkleinert und die Radialluft somit reduziert werden kann.
Durch weniger Bewegungsspielraum werden die Lager genauer geführt, haben jedoch einen höheren Abrieb.

Einsatzfälle für Linearkugellager

  • Für wartungsfreie Führungen – benötigen kaum Schmierung
  • Für Linearführungen mit geringem Reibungsanspruch
  • Für integrierte Bauweise – das Linearkugellager wird in das zubewegende Teil eingepresst (anstatt außen angeschraubt zu werden)
  • Für korrosive Umgebungen – nicht rostende Ausführung
  • Für Lebensmittelverarbeitung, Chemie, Pharmazie, Medizin und Bereiche, in denen mit aggressiven Mitteln gereinigt wird
  • Bei extremer Verschmutzung z. B. Ziegelei, Zementwerk, Holzbearbeitung (robuste Standardkugellager komplett aus Stahl ohne Kunststoffteile)
  • Bei hohen Temperaturen weit über 100 Grad z. B. Gießerei (Linearkugellager aus Metall ohne Dichtung)
  • geschlossene Linearkugellager: Für rotierende Anwendungen (rotationssymmetrische Führungen)